Karmic Koala auf dem Thinkpad T61
von Kai um 18:21 am Mittwoch, 28. Oktober 2009 in How-To, ubuntu | 1 Kommentar
Um dem großen Ansturm auf die neue Ubuntuversion zu entgehen, habe ich mir bereits gestern den Daily Build von der neuen Version “Karmic Koala” heruntergeladen und auf meinem Thinkpad T61 installiert. Davor habe ich ein Backup von meiner Homepartition gemacht. Ich pflege im Schnitt alle zwei Releases immer einen Clean Install zu machen, da sich bei mir in der Zwischenzeit immer ziemlich viel Müll ansammelt. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass das System zu Instabilitäten neigt, wenn man von Version zu Version immer die alten Konfigurationsdateien mitschleppt. Um mir nicht jedes mal aufs neue die Mühe zu machen, habe ich dafür vor einiger Zeit ein mittlerweile recht ansehnliches Backup-Skript entworfen, was mir die Datenbanken und Einstellungen von den wichtigsten Programmen extra sichert.
Die Installation selbst lief sauber durch. Wie immer waren aber einige Anpassungen zu machen:
Energieverwaltung
Da ich den Laptop zu Hause immer in der Dockingstation habe, musste ich bei der Energieverwaltung angeben, dass im Netzbetrieb das Schließen des Deckels vom System ignoriert wird. Tja, leider ist diese Einstellung in der aktuellen Version verschwunden, man kann das entsprechende Flag aber immer noch über den Konfigurationseditor setzen. Dazu stellt man die Einstellung apps->gnome-power-manager->lid_ac auf “nothing”
Eclipse
Die Gebete der Java Entwickler wurden erhört und endlich mal wieder eine aktuelle Version von Eclipse in die Ubuntuquellen mit aufgenommen. Somit hat sich die etwas umständliche Einrichtung von Eclipse zum Glück nun erledigt.
DVB-T unter Ubuntu
Um meinen DVB-T Stick zum Laufen zu bekommen, musste ich noch eine spezielle Firmware herunterladen. Im verlinkten Wikieintrag hab ich beschrieben, was man genau machen muss.
tp-smapi
Die Entwickler von Ubuntu haben entschieden, dass sie das tp-smapi Modul aus den Quellen entfernen, da sich der Autor nicht zu erkennen geben möchte. Warum das so ist, kann man nur mutmaßen (vielleicht sind die Informationen, die er gebraucht hat, um das Modul zu entwickeln, auf nicht ganz legalem Wege in seinen Kopf gewandert). Jedenfalls muss man nun wieder selbst etwas Hand anlegen, damit so Sachen wie Lade/Entladegrenzen für den Akku gesetzt werden können:
$ sudo apt-get install tp-smapi-source
ausführen. Danach muss man
$ sudo module-assistant
starten und das tp-smapi Modul bauen und installieren (build und install). Abschließend kann man das Modul noch mit
$ sudo modprobe tp_smapi
starten.
Nach diesen Anpassungen läuft Ubuntu auf dem Thinkpad wieder flott und stabil wie eh und je. Kürzere Bootzeiten wie in den einschlägigen Blogs beschrieben, konnte ich auch ausmachen, wobei sich noch zeigen muss, ob das nur an dem Clean Install liegt, oder sich die Zeiten tatsächlich verkürzt haben. Ansonsten freue ich mich über aktuelle Programmversionen und ein rundes Gesamtbild vom neuen Theme.



