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Das Leid mit Neuinstallationen mindern

von Kai um 11:27 am Montag, 9. August 2010 in How-To, Linux | 3 Kommentare

Da Computer und Betriebssysteme bei unsachgemäßer Behandlung gerne mal ihren Dienst quittieren und die darauf folgende Installationsprozedur langwierig sein kann, habe ich mir ein Skript geschrieben, was das Neuaufsetzen von (K)ubuntu komplett automatisiert. Dabei hab ich festgestellt, dass man das beliebig weit treiben kann (Setzen von Wallpaper, Installation eines Netzwerkdruckers etc., wobei ich ersteres wieder verworfen habe).
Ein weiterer Vorteil beim skriptgesteuertem Aufsetzen ist, dass man die kleinen Anpassungen an das System genau einmal aufschreibt und künftig dann nur einmal das Skript angestoßen werden muss (Es sei denn, langwierige Bugs wurden endlich gefixt und die Anpassung wird obsolet).
Als erstes fragt das Skript, ob es als root ausgeführt wurde, was für das Hinzufügen von Repositories und Installation von Programmen notwendig ist:

if [ `whoami` != "root" ]; then
    echo "Bitte Skript als root starten"
    echo "Installationsskript wird abgebrochen"
    exit -1
fi

Danach folgen eine Aktualisierung und die Installation von bestimmten Repositories:

echo "System aktualisieren"
apt-get --yes update
apt-get --yes upgrade
apt-get --yes dist-upgrade
echo "Repo: Installation von Wine-Repository"
add-apt-repository ppa:ubuntu-wine/ppa
echo "Repo: Installation von Miro-Repository"
add-apt-repository ppa:pcf/miro-releases
echo "Repo: Installation von Webkit-Repository"
add-apt-repository ppa:webkit-team
apt-get -y update && apt-get -y upgrade
add-apt-repository ppa:liferea/ppa

Danach ziehe ich mir den aktuellen Treiber für meine Grafikkarte und Firmware für die DVB-T Karte:

echo "Hardware: ATI Grafiktreiber installieren"
wget https://a248.e.akamai.net/.../linux/ati-driver-installer-10-7-x86.x86_64.run
sh ati-driver-installer-*-x86.x86_64.run --buildpkg
sudo dpkg -i fglrx_*
sudo dpkg -i fglrx-mod*
sudo dpkg -i fglrx-amd*
echo "Hardware: Installation von DVB-T"
wget http://www.otit.fi/~crope/v4l-dvb/af9015/af9015_firmware_cutter/firmware_files/4.95.0/dvb-usb-af9015.fw
mv dvb-usb-af9015.fw /lib/firmware/

Anschließend folgen die eingangs erwähnten Anpassungen für bestimmte Bugs. Außerdem werden der Netzwerkdrucker und bestimmte Schriftarten installiert. Die Anpassung für Plymouth geht sicherlich auch besser, aber ich bin nicht sehr gut im Skripte schreiben (quasi mein erstes:-) ):

echo "Anpassungen: Akonadi beim Anmelden starten"
touch akonadi-start.sh
echo "#"'!'"/bin/bash" >> akonadi-start.sh
echo "/usr/bin/akonadictl start" >> akonadi-start.sh
mv akonadi-start.sh /home/kai/.kde/Autostart/
chmod +x /home/kai/.kde/Autostart/akonadi-start.sh
chown kai:kai /home/kai/.kde/Autostart/akonadi-start.sh
echo "System: Drucker installieren"
lpadmin -p hp-deskjet-f4180 -v lpd://192.168.2.2/LPRServer -P hp-deskjet-f4180.ppd -o InkType=300GrayscaleK -D "HP Deskjet F4180" -L Wohnzimmer -E
echo "Anpassungen: Plymouth anpassen"
apt-get install --yes v86d hwinfo
touch grubTMP
LINE1='GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet splash"'
LINE1NEU='GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet splash nomodeset video=uvesafb:mode_option=1400x1050-24,mtrr=3,scroll=ywrap"'
LINE2='#GRUB_GFXMODE=640x480'
LINE2NEU='GRUB_GFXMODE=1400x1050'
while read line
do
if [ "$line" = "$LINE1" ]; then
  echo "$LINE1NEU" >> grubTMP
elif [ "$line" = "$LINE2" ]; then
  echo "$LINE2NEU" >> grubTMP
else
  echo "$line" >> grubTMP
fi
done < "/etc/default/grub"
mv grubTMP /etc/default/grub
echo "uvesafb mode_option=1400x1050-24 mtrr=3 scroll=ywrap" >> /etc/initramfs-tools/modules
echo FRAMEBUFFER=y | tee /etc/initramfs-tools/conf.d/splash
update-grub2
update-initramfs -u
echo "Anpassungen: Schriftarten installieren"
apt-get install unzip
wget http://www.gringod.com/wp-upload/MONACO.TTF
wget http://www.proggyfonts.com/download/download_bridge.php?get=ProggySquareSZ.ttf.zip
mkdir -p /usr/local/share/fonts/m
mkdir -p /usr/local/share/fonts/p
mv MONACO.TTF /usr/local/share/fonts/m/
unzip ProggySquareSZ.ttf.zip
mv ProggySquareSZ.ttf /usr/local/share/fonts/p/
chmod -R +r /usr/local/share/fonts
rm Licence.txt

Schließlich noch Dropbox installieren inklusive Anpassungen für Dolphin und alle weiteren Programme, die ich halt so brauche:

echo "Programme: Download und Installation von Dropbox"
wget http://www.dropbox.com/download?plat=lnx.x86_64
tar xzf dropbox-lnx*
mv .dropbox-dist /home/kai/
chown kai:kai /home/kai/.dropbox-dist
rm -f dropbox-lnx*
apt-get --yes install sqlite3 python-m2crypto xdg-utils
wget http://kde-apps.org/CONTENT/content-files/124416-DropboxServiceMenu-0.14.3.tar.gz
tar xzf 124416-DropboxServiceMenu-0.14.3.tar.gz
cd DropboxServiceMenu-0.14.3
./install-it.sh
cd ..
chown -R kai:kai /home/kai/.kde4/
rm -rf DropboxServiceMenu-0.14.3
echo "Programme: Installation von Virtualbox"
wget http://download.virtualbox.org/virtualbox/3.2.6/virtualbox-3.2_3.2.6-63112~Ubuntu~lucid_amd64.deb
dpkg -i virtualbox-3.2*
echo "Programme: Installation von NX-Client"
wget http://64.34.161.181/download/3.4.0/Linux/nxclient_3.4.0-7_x86_64.deb
dpkg -i nxclient_3.4.0-7_x86_64.deb
echo "Programme: Installation von Google Chrome"
wget http://dl.google.com/linux/direct/google-chrome-stable_current_amd64.deb
dpkg -i google-chrome-stable_current_amd64.deb
echo "Installation von weiteren Programmen"
apt-get install --yes pdftk texlive texlive-doc-de texlive-latex-extra texlive-lang-german emacs23 build-essential ffmpeg openvpn network-manager-openvpn network-manager-openvpn-kde eclipse gimp subversion wine idle kdenlive auctex lacheck python-opengl p7zip-full liferea vlc dosbox imagemagick python-psycopg2 traceroute aspell aspell-de aspell-en kubuntu-restricted-extras vim xpdf kaffeine akonadi-kde-resource-googledata audacity easytag p7zip-full skype libsvn-java unrar unzip qbittorrent miro dia googleearth choqok libdvdcss2 w64codecs non-free-codecs nmap git-core sun-java6-jdk sun-java6-bin sun-java6-jre sun-java6-plugin

Das Skript ist sicherlich in die Kategorie “schnell und dreckig” einzuordnen, da sich viele Dinge besser lösen lassen und bestimmte Parameter mit dem Skript übergeben werden sollten, anstatt fest einzukodieren. Vielleicht baue ich das in ein späteres Update noch ein

KDE im Produktiveinsatz

von Kai um 22:45 am Freitag, 5. März 2010 in Allgemeines, Linux | 2 Kommentare

kde-ScreenshotDa letzte Woche mein neuer PC hier ankam, wollte ich die Gelegenheit nutzen und Kubuntu (mit KDE in der aktuellen Version 4.4) auf meinem Thinkpad ausprobieren.
Laut den Release Notes sollte sich die Stabilität deutlich gegenüber den vorherigen Versionen verbessert haben und einige interessante Features dazugekommen sein.

Da mir die durchdachte Fensterverwaltung besser als in Gnome gefällt und KDE sich groß “Social Desktop” auf die Fahne schreibt (also das Einbinden von Twitter, Facebook und Co auf den Desktop) wagte ich einen Versuch.

Die Installation ging noch reibungslos vonstatten, aber bereits nach dem ersten Start hatte ich immer wieder mit Abstürzen von Nepomuk zu kämpfen. Kopete, der mitgelieferte Instant Messenger, konnte ich nicht dazu überreden, MSN zu sprechen. Außerdem fand ich die UI zu groß dimensioniert. Damit komme ich auch direkt zum nächsten Punkt. Viel von der Software, die ich so täglich verwende, benutzt GTK. KDE setzt dagegen auf QT auf. Ich weiß nicht, wie hier die prozentuale Verteilung von Software ist, die mit GTK geschrieben wurde, gegenüber derjenigen, die QT benutzt, aber meine Wahrnehmung ist, dass “populärere” Opensource Programme oft ersteres verwenden.

Dann merkt man recht schnell, dass Ubuntu wesentlich besser unterstützt wird als Kubuntu. Gefühlt gibt es viel mehr Hilfestellung für Ubuntu im Netz zu finden. Zwar sind einige Probleme unabhängig von der verwendeten Grafikbibliothek, aber gerade zum Beispiel die größte und erste Anlaufstelle (wiki.ubuntuusers.de) hält, wie der Name schon sagt, wesentlich mehr ubunturelevante Artikel.

Wie auch immer, der eigentliche Grund für mich, nach einer Woche wieder zu Ubuntu zu wechseln war, dass ich vieles an Funktionalität bei Kubuntu (KDE) vermisst habe, welche mir Ubuntu bietet.
Zum einen konnte der Network-Manager von KDE nicht mit VPN umgehen (ich habe es mit OpenVPN probiert. Eine Verbindung kam nie zustande), so dass ich auf den von Gnome zurückgreifen musste. Dropbox wird leider ebenfalls nicht gut in Kubuntu unterstützt. Man kann den Daemon über die Konsole starten und bekommt auch eine Anzeige im Panel, aber die visuelle Rückmeldung im Dolphin Dateibrowser fehlt. Generell hat mir Dolphin nicht so gut gefallen, da meiner Meinung nach viel Platz für nichts verschwendet wird (also Freiraum). Außerdem war ich nicht in der Lage Bookmarks zu FTP oder SSH-Verbindungen anzulegen. Vielleicht geht das irgendwie, ich habe es aber nicht geschafft. Die eingebaute Hilfe von KDE war mir hier auch keine große Hilfe, da ich die relevanten Informationen dazu nicht gefunden habe.

Gut fand ich die Fensterverwaltung. Gerade auf kleineren Bildschirmen (wie hier am Thinkpad z.b.) hatte ich nie das Gefühl den Überblick über meine vier Desktops zu verlieren. Fenster konnte man leicht verschieben und praktisch (Hint: Aero Snap) anordnen. Außerdem sind einige Details ganz gut gelöst. So lassen sich z.b. Hintergrundbilder einfach installieren, indem man das entsprechende Bild auf den Desktop zieht und “als Hintergrundbild” auswählt.

Dennoch: Mein Fazit ist daher, dass ich Kubuntu (bzw. KDE) immer noch nicht empfehlen kann, da ich von der verbesserten Stabilität nicht allzuviel gemerkt habe, außerdem mangelt es meiner Meinung nach an Programmen, die auch Qt benutzen, weil GTK Programme stellenweise ziemlich hässlich in KDE aussehen.