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Gossensches Gesetz

von Kai um 17:38 am Montag, 23. August 2010 in Allgemeines | 2 Kommentare

Android-AppEs ist schon interessant. Das erste Mal, als ich vor zwanzig Jahren einen GameBoy in der Hand hatte, war ich so beeindruckt von diesem kleinen Gerät, dass ich mich noch heute haargenau daran erinnern kann, was mir damals durch den Kopf ging, als ich zum ersten Mal Tetris spielte.
Ich malte mir aus, dass ich in der Klasse der Held sein würde und auf dem Pausenhof meine Klassenkameraden darum betteln würden, einmal kurz damit spielen zu dürfen. Ich habe Duck Tales und Tetris bestimmt monatelang täglich gespielt, ohne dass es mir je langweilig dabei wurde.

Als ich kurz darauf meinen ersten C64 bekam und Pirates, International Karate oder Last Ninja spielte, war ich fasziniert von der unglaublichen Grafik und den vielen Möglichkeiten, die man in diesen Spielen geboten bekam.
Einige Jahre später schrieb ich dann meine ersten BASIC-Programme und glaubte fortan, mit Computern ließe sich alles anstellen, woran man im entferntesten auch nur denken könne.

Wenn ich mich heute mit Technologie und Software beschäftige ist nicht mehr viel von der damaligen Faszination zu spüren. Ich habe mich so sehr daran gewöhnt, meine Joggingstrecke im Internet über GPS-Tracking nachvollziehen zu können und in meiner Hosentasche ein Smartphone zu haben, was mir einen nahezu vollwertigen Internetzugang bietet, wodurch jede Information nur ein Klick Touch weit entfernt ist, dass ich ungeduldig werde, wenn eine Webseite mal länger als einige Sekunden zum Laden braucht.

Ich entwickle über die Semesterferien in Zusammenarbeit mit meiner Hochschule (a.k.a FH) eine mobile Anwendung, die aus einem Kamerabild mittels einem optischem Chromasplitter ein 3D-Objekt extrahiert. Nochmal in kurz und verständlich: Aus einem Kamerabild wird ein 3D-Objekt erstellt. (Das Titelbild für diesen Beitrag ist nur die Vorarbeit gewesen und noch nicht das Endprodukt). Die einzige Reaktion, die ich bisher dazu bekomme habe, war: “Cool” oder “interessant” und im Grunde genommen fühle ich genauso: Nettes Projekt, nicht mehr, nicht weniger. Hätte man mir vor zwanzig Jahren versucht zu erklären, dass man aus einem Kamerabild ein 3D-Modell erzeugen kann, dann hätte ich das sicherlich unter Science-Fiction verbucht oder es als Humbug abgetan. Hätte man mir den Beweis gezeigt, wäre ich wohl ehrfürchtig auf die Knie gesunken. Heute ist es ein Projekt, was man mal so über die Semesterferien gemacht hat.

Denkbar, dass sich Menschen in der Zukunft darüber aufregen werden, dass die Sitze so unbequem sind auf dem Interplanetarflug zum Mars.

Bisher 2 Kommentare zu "Gossensches Gesetz"

  1. Kommentar von Juergen
    19. September 2010 um 01:21

    Liegt glaub eher daran, dass vielen Leuten (inkl. Informatikern mit anderen Schwerpunkten) der Zugang zur Computergraphik/Computervision völlig fehlt. Dass da ne Menge hochinteressante Mathematik und verdammt coole Technik dahintersteckt, bleibt ihnen verborgen. Die Kiddies bedienen Photoshop und finden das Lasso-Auswahlwerkzeug schon fast wieder langweilig, ebenso wie die Lächelerkennung ihrer Kamera.
    Und ’3D’ ist, dank der Unterhaltungsmafia, sowieso gerade ein schrecklich ausgelutschter Begriff.

    Anyway, das Endergebnis wäre zumindest für ein paar wenige Leser spannend ;)

  2. Kommentar von Das Wort
    4. Dezember 2010 um 19:02

    Ich komme aus der Zukunft und sage dir das die Sitz beim Marsflug sehr bequem sind. Aber erst seit 2130, als die Lufthansa (wie ihr sie nennt) in ihre Starships die neuen Sessel mit Gehirnstimulation eingesetzt hat. Egal was ihr spürt, ihr fühlt was das Unternehmen will. Wirtschaftsinteressen rocken eben immer noch!

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