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Eigenen Homeserver betreiben

von Kai um 21:21 am Dienstag, 29. Dezember 2009 in How-To, ubuntu | 2 Kommentare

Seit knapp zwei Jahren betreibe ich zu Hause nun meinen eigenen kleinen Server für verschiedene Dinge. Zeit, mal ein kleines Resümee zu ziehen und zu beschreiben, wie ich vorgegangen bin.
Vorneweg kann ich jedem den Einsatz eines kleinen Servers für die eigenen Wände nur empfehlen. Nach einiger Zeit habe ich mich so daran gewöhnt, dass ich das Teil nicht mehr missen möchte.

Hardware

Ich habe mich für ein mittelkleines Mini-ITX Motherboard von VIA entschieden, einfach weil meine Wohnung nicht sooo klein ist und mir die Pico-ITX (Maße: 100 mm × 72 mm) Modelle zu schwach auf der Brust waren. Als Gehäuse habe ich mir ein Gehäuse von Morex bestellt. Bei dem Motherboard war mir wichtig, dass es passiv gekühlt ist, weil das leiser und stromsparender ist. Ich habe leider erst später bemerkt, dass ich gerade mal 1 GB RAM verbauen kann und dass auf dem Mainboard lediglich ein Ethernet-Anschluß von 100 Mbit/s steckt. Wegen letzterem habe ich mir also noch eine schnellere Netzwerkkarte besorgt. Außerdem habe ich noch ein CD-Rom Laufwerk verbaut. Wie sich jetzt allerdings nach zweijähriger Laufzeit herausstellt, habe ich es vielleicht ein halbes Dutzend Mal benötigt und verbraucht ansonsten nur Strom.
Trotzdem würde ich den Stromverbrauch generell als sehr gering bezeichnen. Im Idle-Zustand verbraucht der Server so ca. 7-8 Watt.

Die Lautstärke ist wirklich annehmbar. Selbst unter Last ist der Server praktisch lautlos (so ohne Lüfter :-) ). Dafür würde ich auch nicht versuchen darauf einen Film zu dekodieren. Das soll aber auch gar nicht der Anwendungszweck des kleinen Helferleins sein, was mich direkt zu meinem nächsten Punkt bringt:

Anwendungszweck

Hauptsächlich nutze ich den Homeserver für Backup, zum Laden größerer Dateien (Torrents und One-Click Hoster via JDownloader) und als kleinen Webserver auf dem ein Wiki läuft und auf dem ich lokal immer wieder mal Sachen ausprobieren kann. Wie eben schon angedeutet habe ich, um JDownloader benutzen zu können auch ein X-Server und Windowmanager installiert. Auf dem Server selbst läuft Ubuntu (wobei ich seit einiger Zeit mit dem Gedanken spiele, FreeBSD darauf zu installieren) und als Windowmanager Fluxbox.

Beim Starten von GUI-Anwendungen auf fremden Hosts hat man normalerweise das Problem, dass man beim Beenden der Sitzung auch die GUI-Anwendung sich beendet bzw. die aktuelle grafische Sitzung, in der die Anwendung gestartet wurde. Das ist natürlich unschön, weil man bei größeren Downloads (wie z.B. Linuxdistributionen ;-) ) nicht die ganze Zeit die aktuelle Sitzung aufrecht erhalten möchte. Leider gibt es auch für JDownloader derzeit noch keine “GUI-lose” Version, mit der dieses Problem ebenfalls umschifft werden könnte. Abhilfe gibt es aber dennoch:
Und zwar gibt es von der Firma NoMachine NX einen kostenlosen Client, mit dem man sich auf einen Server grafisch einloggen und Anwendungen ausführen kann. Die Sitzung lässt sich jederzeit unterbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehmen. Im Hintergrund laufen alle gestarteten Anwendungen normal weiter.

Alleskönner FFmpeg

von Kai um 00:04 am Sonntag, 20. Dezember 2009 in How-To, News, ubuntu | 0 Kommentare

FilmrolleFür sämtliche Audio- und Videobearbeitungen oder Konvertierungen ist FFmpeg das Tool der Wahl. Es gibt praktisch kaum bekannte Codecs und Formate, die nicht von FFmpeg unterstützt werden. Außerdem benutzen auch bekannte Mediaplayer wie VLC oder MPlayer ebenfalls FFmpeg unter der Haube.

Wie es sich unter Ubuntu installieren lässt, ist bereits hier sehr gut beschrieben. In der Regel reicht aber ein einfaches sudo apt-get install ffmpeg auf der Kommandozeile.

Um nun zum Beispiel bei Youtube heruntergeladene Videos in das MP3-Format umzuwandeln, reicht es oft schon aus, einfach die Quelle anzugeben, da FFmpeg standardmäßig schon eine Vorauswahl über die verwendeten Codecs und Einstellungen trifft.

$ ffmpeg -i foo.mp4 foo.mp3
$ ffmpeg -i bar.flv bar.mp3

Sicherlich gibt es unzählige Anwendungsfälle für den Einsatz von FFmpeg. Leider ist die Auswahl an brauchbaren Videobearbeitungsprogrammen unter Ubuntu immer noch Mangelware. Zum Konvertieren von Videodateien ist aber Handbrake meiner Meinung nach grundsätzlich schon zu empfehlen. Da sich niemand die ganzen Flags für FFmpeg merken kann lohnt sich evtl. ein Blick auf Handbrake, da unter anderem schon vorangelegte Einstellungen und Profile für Ipod, IPhone und Spielekonsolen existieren.

So, wie ich Mark Shuttleworth auf der letzten Linuxcon verstanden habe, wird Ubuntu aber in Zukunft hier verstärkt einen Fokus drauflegen. Witzigerweise gab es bei dem Vortrag von ihm dort auch eine Wortmeldung von jemanden, der sich darüber beschwerte, dass er mit Ubuntu versuchte ein kleines Geburtstagsvideo zusammen zu schneiden. Das endete leider in einem Desaster, so dass er letztlich das Video auf einem Mac zusammengeschnitten hatte.

Der Papa Gründer von Ubuntu beschreibt oft in Interviews, dass er möchte, dass sein Betriebssystem möglichst so leicht zu bedienen und schick sein soll wie es Mac OSX tut. Meiner Meinung nach ist dieses Ziel aber schon erreicht, ich sehe eher ein Defizit an “schicker” Hardware, die möglichst perfekt auf Ubuntu abgestimmt ist.

Sollte das in Zukunft (vielleicht ja sogar mit DELL) passieren, würde das dem Betriebssystemmarkt sicherlich einen neuen Push geben. Und wer weiß, jüngste Nachrichten gehen ja genau in diese Richtung :-)

Neues Design und Beiträge in der Queue

von Kai um 01:29 am Samstag, 19. Dezember 2009 in News | 2 Kommentare

nerostrasseWinterIch hab es endlich geschafft, einen Punkt auf meiner To-Do Liste abzuarbeiten, der schon sehr lange da stand:
Ein neues Blogdesign.

Das alte hat mir schon lange nicht mehr gefallen, außerdem wollte ich die Chance nutzen, mich besser in Wordpress einzuarbeiten. Es ist sicherlich noch nicht ganz fertig, und ich bin mir nicht sicher, ob bisher alles so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Die Seite konnte ich mir bisher z.B. nicht im Internet Explorer anschauen (d.h. nicht selbst anschauen, ich hab aber schon einen Blick auf einen Screenshot geworfen, bei dem es mir kalt den Rücken runterlief).
Es ist manchmal zum verzweifeln, ging ich doch davon aus, dass zumindest der aktuelle Internet Explorer weitestgehend Standards unterstützt.

Um mir für Ubuntu zum Anzeigen der Webseite den IE zu besorgen, habe ich mir nochmal das Projekt IEs4Linux angeschaut, aber scheinbar werden nur die Internet Explorer bis Version 6 unterstützt.
Da ich für andere Projekte aber sowieso plane eine neue virtuelle Maschine für WinXP aufzusetzen, werde ich mir nicht die Mühe machen zu versuchen, die mit Wine zum Laufen zu bringen.

Zum Anzeigen einer Webseite kann ich die Seite browsershots.org empfehlen. Zumindest, um einen ersten Überblick zu bekommen, ob die Seite auf verschiedenen Systemen so aussieht, wie man sich das vorgestellt hat. Für Debuggingzwecke ist die Seite aber sicherlich keine gute Wahl, weil das Rendern der einzelnen Screenshots durchaus seine Zeit dauert, und man mit einem Bild auch weniger experimentieren kann, als mit einem vollerwertigem Browser. :-)
Nicht so schön finde ich die nervigen Ads, die man sicherlich auch dezenter hätte platzieren können, aber heute ist ja noch kein Weihnachten.

In diesem Sinne…

Update:
Durch die freundliche Hilfe von Seba, Zaubertrank und beruhigendes Zureden, sollte das Layout jetzt auf den meisten Browsern und Systemen halbwegs korrekt aussehen. (Einzelne Opfer bei der Sidebar haben es leider nicht mehr geschafft, die Angehörigen werden benachrichtigt.)
Fazit: Viel gelernt und Webdevelopment tut gar nicht so weh, wenn man sich an ein paar Regeln hält.